WestLotto: Architektur und Kunst
Einblicke in eine Unternehmenszentrale
2018
Raumbezogene Werke und Kunstsammlung
WestLotto: Architektur und Kunst, Eigenverlag, Münster 2018

WestLotto: Architektur und Kunst, Eigenverlag, Münster 2018

Herausgeber: Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. OHG
Mit Texten von Alexandra Apfelbaum (Kunstsammlung) und Stefan Rethfeld (Architektur, Zusammenarbeit mit Künstlern).
Fotodokumentation: Stephan Kube
Eigenpublikation, Münster, 2018
192 Seiten, Hardcover, 24,5 x 30 cm
Umschlagmotiv: Detail aus: Kenneth Noland, „Return“, (c) VG-Bild-Kunst, Bonn 2017

Das Buch zeigt die Architektur der Unternehmenszentrale von Harald Deilmann – und berichtet über verschiedene raumbezogene Arbeiten der Künstler Clemens Wieschebrink, Bernhard Heiliger, Friedrich Gräsel, Georg Karl Pfahler, Victor Bonato und Kenneth Snelson. Zudem werden in einem umfangreichen Katalogteil ausgewählte Werke der Kunstsammlung vorgestellt.

 

Lebendiges Architekturensemble

Das Architekturensemble in Münster ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Wer heute von der Autobahn kommend auf die Stadt zufährt, kann die Lottozentrale an der Weseler Straße nicht verfehlen. Die silbrigschwarzen Fassaden vermitteln eine stille Eleganz, die gepflegten Freiflächen eine große Gelassenheit. Der erste Bau entstand 1960, ein turmartiger Erweiterungsbau 1978. Zusammen ergeben sie eine lebendige Großfigur, die bis in die jüngste Zeit hinein durch Umbauten und Sanierungen weiterentwickelt wurde. Von Beginn an waren bildende Künstler am Baugeschehen und an der Ausgestaltung beteiligt. So entstand über die Jahre ein Unternehmenssitz mit hohem gestalterischen Ausdruck.

 

Architektur und Kunst als kulturelles Selbstverständnis

Als das Unternehmen Nordwestlotto (später: WestLotto) 1955 in Münster gegründet wurde, ging es um den Aufbau von klaren und transparenten Strukturen, sowohl in der Art der Geschäfte und im betrieblichen Ablauf als auch in der Kommunikation nach außen, mit den Menschen. Die Architektur sollte diese Überzeugungen von Beginn an widerspiegeln. Sie ist ein wesentlicher Teil des Erscheinungsbildes des Unternehmens, seiner Corporate Identity.

Um diese zu finden, waren kreative Entscheidungen von offen denkenden und aktiv gestaltenden Persönlichkeiten gefragt. Es kann daher als Glücksfall gewertet werden, dass Lothar Lammers (1926-2012) als Erfinder des Glücksspielformel 6 aus 49 (zusammen mit Peter Weiand (1919-1990)) und bis 1986 langjähriger Geschäftsführer der Westdeutschen Lotterie und Harald Deilmann (1920-2008) als Hausarchitekt zusammenfanden. Gemeinsam schufen sie die Grundlagen für das kulturelle Selbstverständnis und Erscheinungsbild des Unternehmens, die bis heute wirksam sind.

 

Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst

Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst hat für das Unternehmen WestLotto wesentliche Bedeutung. Sowohl von Architektenseite wie auch aus Sicht des Unternehmens galt es von Beginn an, die Lottozentrale als einen Ort zu entwickeln, der über ebenso inspirierende wie kontemplative Räume, Plätze und Zonen verfügt. Das Besondere an der Lottozentrale ist, dass der bildenden Kunst dabei nicht nur ein breiter Raum gegeben wird, sondern dass ihr eigentlicher, ideller und sozialer Wert von Anfang an gesehen und gewürdigt wurde.