
Bernhard Dirksmeier: Domkammer Münster - Foto: Stefan Rethfeld
Auch in diesem Jahr veranstaltet der BDA Münster-Münsterland wieder neue Ausgaben in der Vortragsreihe A-Z Architekten in Münster. In den kommenden Monaten (Oktober – Dezember) werden diesmal die Architekten Bernhard Dirksmeier, Johannes Reiche und Max Littmann vorgestellt.
Der erste Architekturabend zeigt Leben und Wirken des Architekten Bernhard Dirksmeier (*1926) anläßlich seines 100. Geburtstages. Dirksmeier wurde am 24. August 1926 in Münster geboren. Seine Kindheit verbrachte er im Brunnenviertel von Münster. Nach Schule und Kriegsdienst erlernte er das Zimmererhandwerk und besuchte ab 1949 die Ingenieurschule. Von 1953 bis 1956 studierte er Architektur an der RWTH Aachen. Sein Beruf sollte ihm sämtliche Dimensionen des Bauens bieten: vom handwerklichen Einzeldetail bis zum Städtebau, von Bildungsbauten bis zum Kirchenbau. Bereits als junger Regierungsbaurat bei der Staatshochbauverwaltung Münster machte Dirksmeier mit modernen Entwürfen auf sich aufmerksam. Er plante die St. Sebastian-Kirche (1962, mit Heinz Esser) an der Hammer Straße. Weitere Projekte folgten: das Hygienisch-Bakteriologische Landesuntersuchungsamt (1959–1961; 1964–1967) an der Von-Stauffenberg-Straße und das Schulkollegium (1966) an der Moltkestraße. Zusammen mit Heinz Richter realisierte er das neue Regierungspräsidium am Domplatz (1963–1971).
In Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal gelang dies. Fachkollegen kritisierten den standardisierten Hochschulbau jedoch wegen seiner möglichen Monotonie – Dirksmeier wagte die Gegenthese. 1974 begann für Dirksmeier ein weiteres Kapitel: als Diözesanbaumeister im Bistum Münster. Über 15 Jahre prägte er die Neuordnung und künstlerische Gestaltung zahlreicher Kirchen. Für den Dom in Münster initiierte er besondere Projekte: das rekonstruierte Kachelzimmer, die Neugestaltung der Grablege des Kardinals Clemens August von Galen durch Rolf Crummenauer und den Fensterzyklus für den Kapellenkranz von Georg Meistermann.
Am Horsteberg fügte Dirksmeier Neubauten harmonisch in das Umfeld des Doms ein: das Kirchengericht, zwei Domherrenhäuser und die 1981 eröffnete Domkammer mit ihren drei markanten Giebeln. Diesen Schatzraum erschloss er behutsam nur über den Kreuzgang – von innen, als Teil des Domes, nicht etwa als eigenes Museum. Zum Abschluss seiner Dienstzeit 1989 ernannte ihn das Bistum zum Dombaumeister. Heute spiegeln seine Bauten den Wandel der Zeit: eine Kirche wurde zur Kindertagesstätte, Verwaltungsgebäude saniert, erweitert oder umgenutzt. Auch die seit 2017 geschlossene Domkammer soll künftig als Domforum dienen. Öffentliche Kritik verhinderte den Abriss.
Dirksmeiers Werke sind vielerorts zu Zeugnissen der Geschichte geworden. Der BDA Münster-Münsterland würdigt am 22. Oktober um 19 Uhr in der Bezirksregierung im Rahmen der Reihe „A–Z Architekten in Münster“ Leben und Werk des Jubilars.
Zu den Terminen lädt der BDA Münster-Münsterland alle Architekturinteressierten herzlich ein. Der Eintritt ist frei.
Weitere Infos: www.bda-muenster.de