A-Z Architekten:
Bernhard Dirksmeier (*1926) – Rückblick
Bauen für Staat und Kirche: Vom Regierungspräsidium bis zur Domkammer
22.10.2026
Veranstalter: BDA Münster-Münsterland
Ort: Bezirksregierung, Domplatz 1-3, Münster
A-Z Architekten: Bernhard Dirksmeier (*1926) - Gruppenbild (v. r. n. l.): Regierungspräsident Andreas Bothe, Stefan Rethfeld, Eckhard Scholz (BDA), Familie Dirksmeier (Gerburg und Elisabeth, Töchter des Jubilars) - Foto: Markus Bomholt

A-Z Architekten: Bernhard Dirksmeier (*1926) - Gruppenbild (v. r. n. l.): Regierungspräsident Andreas Bothe, Stefan Rethfeld, Eckhard Scholz (BDA), Familie Dirksmeier (Gerburg und Elisabeth, Töchter des Jubilars) - Foto: Markus Bomholt

Über 130 Architekturinteressierte konnte der BDA Münster-Münsterland als Veranstalter der mittlerweile zehnjährigen Reihe A-Z Architekten in Münster begrüßen. Auch Regierungspräsident Andreas Bothe freute sich über das große Interesse. An diesem Abend war er zugleich Hausherr in der Bezirksregierung am Domplatz, die Bernhard Dirksmeier gemeinsam mit Heinz Richter entwarf und 1971 fertigstellte. Zwei seiner vier Töchter überbrachten die Grüße des 100-jährigen Jubilars, der seit einigen Jahren in Lüdinghausen lebt und aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Auch Eckhard Scholz, BDA-Kollege und Freund der Familie, hieß die Gäste willkommen. Dennoch blieb Dirksmeier präsent: In seinem Vortrag zeichnete der Architekt und Autor Stefan Rethfeld die Lebensstationen anschaulich nach.

Direkt nach dem Architekturstudium an der RWTH Aachen baute Dirksmeier 1958 für seine Familie einen bemerkenswert freien Bungalow und 1962 mit Heinz Esser die St. Sebastian-Kirche an der Hammer Straße. Als junger Regierungsbaurat bei der Staatshochbauverwaltung Münster folgten weitere Projekte: verschiedene Landesuntersuchungsämter (1959-1968) an der Von-Stauffenberg-Straße, das Schulkollegium (1966) an der Moltkestraße sowie der Neubau der Bezirksregierung am Domplatz (1963–1971).

1969 übertrug ihm das Finanzministerium Nordrhein-Westfalens eine Schlüsselrolle im Hochschulbau. Im Rahmen des Aktionsprogramms Hochschulbau 75 leitete er die neu gegründete „Zentrale Planungsstelle für Hochschulbauten“ (ZPH). Ziel war es, Gesamthochschulen mit einem standardisierten Bausystem schnell und kostengünstig zu errichten. In Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal gelang dies.

1974 begann für Dirksmeier ein neues Kapitel als Diözesanbaudirektor im Bistum Münster. Über 15 Jahre gestaltete er die Neuordnung und künstlerische Entwicklung zahlreicher Kirchen. Auch für den Dom in Münster initiierte er besondere Projekte. Am Horsteberg fügte Dirksmeier Neubauten harmonisch in das Domumfeld ein: das Kirchengericht, zwei Domherrenhäuser und die 1981 eröffnete Domkammer mit ihren drei markanten Giebeln. Diesen Schatzraum für liturgische Gegenstände erschloss er behutsam nur über den Kreuzgang – von innen, als Teil des Domes, bewusst nicht als eigenes Museum.

Heute spiegeln seine Bauten den Wandel der Zeit: Die St. Sebastian-Kirche wandelte Bolles+Wilson 2008 zur Kindertagesstätte um, verschiedene Verwaltungsgebäude wurden saniert, erweitert oder umgenutzt. Auch die Bezirksregierung am Domplatz erhielt durch Kresings Architekten eine neue Travertinfassade und eine verglaste Bürgerhalle (2006). Die Zukunft der seit 2017 wegen baulicher und technischer Mängel geschlossenen Domkammer bleibt noch offen. Sie soll künftig als Domforum dienen. Immerhin verhinderte man einen Abriss. Sie belegt, wie architektonisch sorgfältig ein historischer Ort weitergebaut werden kann. Der Abend unterstrich einmal mehr den baukulturellen Mehrwert: Die „Dombauten“ von Dirksmeier sollten bei einer Neukonzeption des Domumfeldes einbezogen werden. Ein Teil seines Vorlasses liegt im Baukunstarchiv NRW in Dortmund.