A-Z Architekten:
Johannes Reiche (1886-1948)
Neues Bauen in Backstein: Landhäuser, Stadtvillen und Siedlungsbauten
Sonntag 06.12.2026, 11:00 Uhr (Matinee)
Vortrag
Veranstalter: BDA Münster-Münsterland
Ort: Cinema, Warendorfer Strasse 45-47, Münster
Johannes Reiche: Wohnhäuser an der Waldeyerstraße in Münster (um 1930) - Foto: privat

Johannes Reiche: Wohnhäuser an der Waldeyerstraße in Münster (um 1930) - Foto: privat

Johannes Reiche wurde in Königsberg in der Neumark (heute Chojna, Polen) geboren. Er studierte Architektur an den Technischen Hochschulen in Dresden, Berlin-Charlottenburg und Darmstadt und schloss 1909 mit dem Diplom ab. Von 1910 bis 1913 absolvierte er eine Ausbildung zum Regierungsbauführer beim Provinzialkonservator in Westfalen, mit Stationen beim Universitätsneubauamt und der Regierung in Münster. 1914 legte er die zweite Staatsprüfung in Berlin ab. Anschließend wirkte er beim Militärbauamt in Münster. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er von 1918 bis 1922 beim Stadtbauamt (Siedlungsamt) sowie 1922/23 bei der Oberpostdirektion in Münster. Ab 1924 führte er als Privatarchitekt ein eigenes Büro und entwarf gehobene Einfamilien- und Landhäuser sowie zahlreiche Wohn- und Siedlungsbauten in Münster.

Auch am Rosenhof (1926/27) in Münster von Alfred Hensen wirkte Reiche mit. Mit dem Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde (1929/30), auch Paul-Gerhardt-Haus genannt, prägte er nahezu ein Jahrhundert das Bahnhofsviertel in Münster. Das Haus musste 2024 einem Neubau weichen. Fast immer setzte Reiche auf Backstein: mal zurückhaltend, mal expressiv. Reiche starb unerwartet 1948 im Alter von 62 Jahren in Münster. Sein Werk blieb bislang unerforscht und wartet darauf, wiederentdeckt zu werden, bevor es verloren geht.

Zum Termin lädt der BDA Münster-Münsterland alle Architekturinteressierten herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos: www.bda-muenster.de